Niko Rittenau, B.A.

Certified Nutritionist
Co-Founder, Plant Based Institute, Berlin, Germany

Niko Rittenau is medically certified nutritionist with a focus on healthy and sustainable food. In his workshops and lectures he presents his version of plant-based nutrition according to individual needs and promotes attentiveness to quality food. As a dietitian, he motivates his clients to prefer healthy, plant-based food in a lively and practice based manner.


The soy controversy - miracle bean or a source of danger for health? (DE)

Über kaum ein anderes Lebensmittel wird so kontrovers diskutiert wie über Soja. Die einen sehen in Soja eine Wunderbohne, die aufgrund ihrer Isoflavone gegen Brustkrebs, Wechseljahresbeschwerden und Bluthochdruck helfen soll, während andere Stimmen Soja in Verbindung mit Störungen im Hormonhaushalt, Komplikationen mit der Schilddrüse und der Entstehung von einigen Krebsarten in Verbindung bringen. Aufgrund sich widersprechender In-vitro- und In-vivo-Studienergebnisse an Mensch und Tier der vergangenen erschienen immer wieder kontroverse Schlagzeilen über Sojaprodukte in den Medien.
Zahlreich sind auch die Berichte über die Auswirkungen des Sojaanbaus auf den Regenwald und die Verbreitung von angeblich gentechnisch verändertem Soja in Lebensmitteln. Welche dieser Aussagen hält einer strengen wissenschaftlichen Betrachtung statt, woher kommen diese unterschiedlichen Stimmen und welche Personengruppen sollten tatsächlich auf Soja verzichten? Während in Boulevardmedien, populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen und in vielen Diskussionen innerhalb der sozialen Medien Uneinigkeit herrscht, ist die Position nationaler und internationaler Ernährungs- und Krebsgesellschaften zu Soja einheitlich und eindeutig.
Angefangen vom „Bundesinstitut für Risikobewertung“ über die „Academy of Nutrition and Dietetics“ hin zum „American Institut for Cancer Research“ und dem“ World Cancer Research Fund“ lautet die Kernaussage: Sojaprodukte sind mit Ausnahme von Allergikern für alle Personen unabhängig von Geschlecht und Krebserkrankung sicher. Jene im Soja enthaltenen Phytoöstrogene, sogenannte Isoflavone, wirken um ein Vielfaches schwächer und haben andere Rezeptorbindungsaffinitäten als körpereigenes Östrogene. Sie wirken in vielen Fällen entgegen der ursprünglichen Erwartungen anti-östrogen in prämenopausalen Frauen und können daher genauer gesagt eher als „Selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren“ bezeichnet werden.
Bei kontinuierlichem, moderatem Verzehr ab der Jugend konnte Soja in epidemiologischen Untersuchungen das Risiko für gewisse kanzerogene Erkrankungen reduzieren und zeigte bei regelmäßigem Verzehr sowohl Blutdruck- als auch Cholesterinsenkende Auswirkungen und so darf seit 1999 in den Vereinigten Staaten der Health Claim „25 Gramm Sojaprotein täglich als Teil einer Ernährung arm an gesättigten Fetten und Cholesterin, kann das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren“ verwendet werden.
Im Gegensatz zu ersten Untersuchungen an Geparden und neonatalen Nagetieren konnten Untersuchungen an Primaten und schließlich Studien an Menschen zeigen konstant, dass Sojaisoflavone die Fruchtbarkeit und den Hormonhaushalt von Männern nicht negativ beeinflussen. Dies führt zum Rückschluss, dass die Bevölkerung sich weniger Sorgen um Fremdöstrogene aus der Sojabohne als vielmehr um jene im Thermopapier von Kassenbons, um Parabene in Pflegeprodukten und um BPA in Flaschen, Geschirr und Verpackungen machen sollte.

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